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Das 1x1 der Anzüge - Wie trägt man einen Anzug richtig? 

Das 1x1 der Anzüge - Wie trägt man einen Anzug richtig?

Wer ihn nicht gerade auf der Arbeit trägt, hat meistens nur wenige davon im Schrank: Anzüge. Doch auch Männer im Arbeitsalltag wissen oft nicht, wie ein Anzug richtig getragen wird. Damit an deinem Hochzeitstag nichts schiefläuft, erklären wir hier die wichtigsten Anzugregeln für Gentlemen.

Knöpfe – offen oder geschlossen?

Wie im letzten 1x1 der Hochzeitsanzüge erklärt, unterscheidet man zwischen Einreihern und Zweireihern. Zweireihige Sakkos werden immer komplett geschlossen getragen.

Bei einreihigen Sakkos kommt es auf die Anzahl der Knöpfe an, die zwischen einem und vier Knöpfen variiert. Als Faustregel wird immer der unterste Knopf offengelassen. Außerdem wird das Sakko im Sitzen geöffnet. Bevor man sich wieder stellt, werden die Knöpfe – außer dem untersten natürlich – wieder geschlossen.

  • Ein Knopf: Hier kommt schon die erste Ausnahme zur Faustregel. Denn dieses Sakko wird immer geschlossen getragen.
  • Zwei Knöpfe: Hier kann man sich auf die Faustregel verlassen – den oberen Knopf schließen, den unteren offenlassen.
  • Drei Knöpfe: Der mittlere Knopf wird immer geschlossen, der untere offengelassen. Beim obersten Knopf hast du die freie Wahl, diesen je nach Gusto und Passform zu öffnen oder zu schließen.
  • Vier Knöpfe: Beide mittlere Knöpfe werden geschlossen, der untere wieder offengelassen. Wie bei Drei-Knopf-Sakko kann der oberste Knopf geschlossen oder offengelassen werden.
  • Frack: Der Frack als besonderer Anzugstyp wird immer offen getragen.
  • Weste: Bei der Weste kommt es nicht auf die Menge der Knöpfe an. Hier gilt immer die Faustregel, dass der unterste Knopf offenbleibt. Die restlichen Knöpfe der Weste bleiben stets geschlossen – auch im Sitzen.

Da zweireihige Sakkos beim Sitzen nicht geöffnet werden, sollten sie besonders gut passen und auch beim Sitzen nicht zu eng sein. Der unterste Knopf auf der linken Seite kann offen getragen werden, was aber nur selten getan wird.

Die Knöpfe an den Ärmeln verraten, ob der Anzug maßgeschneidert wurde oder von der Stange kommt. Bei maßgeschneiderten Anzügen lassen sich die Knöpfe durchknöpfen, während sie bei Anzügen aus dem Kaufhaus nur als Accessoire aufgenäht sind (um Änderungen in der Ärmellänge beim Schneider zu vereinfachen). Deshalb wird bei maßgeschneiderten Anzügen der unterste Knopf jedes Ärmels offengelassen – sozusagen als Statement, dass der Anzug maßgefertigt ist.

Armlänge – Wie viel vom Hemd ist sichtbar?

Die meisten Männer tragen Sakkos mit zu langen Ärmeln. Das liegt daran, dass Sakkos so hergestellt werden, dass sie auch Männern mit langen Armen passen. Männer mit kürzeren Armen sollen die Ärmel nach dem Kauf beim Schneider kürzen lassen. Klingt logisch oder?

Aber Hand aufs Herz: Wie viele Männer gehen nach dem Shopping zum Schneider, um die Ärmel kürzen zu lassen? Eben. Für das Hochzeitsoutfit solltest du darauf unbedingt achten, denn an diesem Tag sollst du perfekt aussehen.

Die richtige Armlänge bestimmst du, indem du dich hinstellst und deine Arme seitlich am Körper herabhängen lässt. Endet das Sakko etwa auf Höhe des Handgelenks, sitzt es perfekt.

Die Hemdärmel sollten ein wenig länger sein und etwa 1-1,5 cm unter dem Sakko hervorschauen. Das entspricht meistens der Hälfte der Hemdmanschette. Damit ragt das Hemd etwa bis zur Daumenwurzel.

Warum? Damit beim Kleckern eher das leicht zu reinigende Hemd als das Sakko dreckig wird. Wenn du Manschettenknöpfe trägst, sollen sie natürlich auch gesehen werden! In diesem Fall kann das Hemd ein wenig länger sein (etwa 2 cm), sollte dich aber auf keinen Fall in deinen Bewegungen einschränken.

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Die perfekte Hosenpassform

Bei der Hosenpassform streiten sich die Geister. „Die Hose sollte lieber ein bisschen enger als zu weit ein“ sagen die einen, „die Hose sollte nicht zu eng anliegen“ die anderen. Wir sagen: Die Hose sollte im Sitzen und Stehen bequem sein und nicht schlabbern! Enge Hosenschnitte sind sehr modern und betonen die Figur. Dennoch sollte die Hose nicht so eng sitzen, dass du das Hochzeitsbuffet nicht genießen oder bei jedem Hinsetzen hoffen musst, dass nichts reißt. Also lieber oben ein wenig weiter mit einem enger werdenden unteren Bein.

Entscheidender ist die Länge der Hose. Im Stehen sollte der Saum der Anzugshose leicht auf dem Schuh aufliegen bzw. diesen leicht berühren. Das wird dadurch erreicht, wenn der Anzug bis knapp über die Knöchel reicht bzw. hinten ungefähr mit der Höhe des Schuhs abschließt. Auch wenn sich dort, wo die Hose vorne auf dem Schuh aufliegt, eine kleine Falte bildet passt die Hose perfekt.

Im Sitzen rutscht die Anzugshose etwas hoch, sodass die Socken, die unter dem Anzug getragen werden, zu sehen sind. Dabei sollten wirklich NUR Socken zu sehen sein und kein Bein. Daher solltest du die Socken lieber etwas länger wählen und notfalls auf Strümpfe zurückgreifen (diese reichen nämlich hoch bis zu Knie). Eine Ausnahme sind natürlich moderne 7/8 oder Hochwasserhosen. Hierzu werden keine (sichtbaren) Socken getragen.

Generell werden Socken farblich auf die Hose sowie auf andere Accessoires wie Einstecktuch, Krawatte oder Fliege abgestimmt und können ruhig bunt sein. Nur die Tennissocken lässt du lieber im Schrank.

Die Taschen und der hintere Schlitz – warum sind sie zugenäht?

Warum der Schlitz am Sakko und die Taschen an Sakko und Hose zugenäht sind, ist eigentlich ziemlich egal. Hauptsache du trennst den Schlitz vor dem Tragen ordentlich auf. Das funktioniert am besten mit einem Nahttrenner oder einer Nagelschere: ziehe die Tasche oder den Schlitz vorsichtig auseinande, trenne den sichtbaren Faden auf und ziehe ihn heraus.

Im Normalfall werden auch die Taschen aufgetrennt. Wenn die Taschen danach aufstehen, kann das jedoch schnell auftragen. Auch bei offenen Taschen sollte das dickste Portemonnaie und der Hausmeisterschlüsselbund besser daheim gelassen werden, denn dies beult die Taschen sehr schnell aus. Besser: nur wenige Dinge mitnehmen (oder in der Handtasche der Begleitung verstauen).

Okay, wir lüften das Geheimnis um die zugenähten Taschen und Schlitze trotzdem. Taschen und Schlitz werden zugenäht, damit die Anzüge beim Anprobieren im Geschäft nicht aus der Form kommen. Ohne das Zunähen würde das mehrmalige Anprobieren dazu führen, dass Beulen in den Taschen entstehen oder der Schlitz beim Aufhängen knickt. Damit würde der Anzug unverkäuflich.

Die Details der Accessoires – Krawattenlänge & Co

Sicherlich achtest du bereits darauf, dass die Accessoires farblich aufeinander abgestimmt sind. Auch Muster sind möglich, dennoch sollten nicht zu viele Muster miteinander kombiniert werden.

Der hintere, kürzere Teil der Krawatte sollte nicht hervorschauen. Nicht umsonst haben Krawatten deshalb eine kleine Schlaufe, um den hinteren Teil zu befestigen. Sollte das aufgrund der Länge nicht passen, kannst du die Krawatte mit einer Krawattennadel zusammenhalten.

Apropos Länge: Die Krawatte darf weder zu kurz, noch zu lang sein. Bestenfalls ragt sie etwas über den Hosenbund bzw. den Gürtel, sodass dieser um etwa 1 cm bedeckt wird oder endet am oberen Ende des Gürtels. Ausnahmen sind die kurzen und sehr breit geschnittenen Hochzeitskrawatten, deren Ende in einer Weste versteckt wird.

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Wer keine Krawattenknoten binden kann, für den hält Youtube tausende von Anleitungen bereit. Bitte bereite dich vor und beginne nicht kurz bevor du gehen musst damit deine Krawatte zu binden. Sonst verfällst du leicht in Stress. Und nichts ist so schlimm wie zu spät (und mit einer genervten Freundin) als Gast zu einer Hochzeit zu erscheinen. Bekommst du die Krawatte trotz Anleitungen nicht gebunden, scheue dich nicht Freunde um Hilfe zu fragen - oder weiche einfach auf Fliegen aus!

So steht deinem Auftritt als echter Gentlemen nichts mehr im Wege!

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Deine Kathi von weddista

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