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Das Hochzeitsbudget: all das liebe Geld

Das Hochzeitsbudget: all das liebe Geld

Ach wie schön, bald wird geheiratet ? Gleich zu Beginn der Planung wird es erstmal wieder unromantisch, denn das Festlegen des Hochzeitsbudgets steht an.

Es gibt unzählige Erfahrungsberichte von ehemaligen Hochzeitspaaren in Foren. Zusätzlich gibt es fast genauso viele Budgetplaner, in denen viele Punkte aufgelistet und mit Kostenpauschalen à la „ab 800 €“ versehen sind. Damit könnt ihr zwar einen ersten Eindruck zu den Kosten gewinnen – doch so unterschiedlich und individuell wie Hochzeiten gefeiert werden, so unterschiedlich ist auch das Budget und dessen Verteilung.

Das Budget ist so unterschiedlich wie eure Träume

Das eine Paar möchte sich den Traum erfüllen, einmal mit einem Oldtimer unterwegs zu sein, das andere möchte die größte und schönste Hochzeitstorte aller Zeiten servieren. Das eine wählt eine freie Trauung, das andere eine kirchliche. DIY-Planung oder Hochzeitsplaner, Mieten oder Kaufen, selbst basteln oder basteln lassen, Stadt oder Land, viele oder wenige Gäste und so weiter – ganz zu schweigen von kulturellen und religiösen Unterschieden…

Und genauso sieht es bei den Dienstleistern aus, die für Hochzeiten unterwegs sind: Die eine Location verlangt eine feste Saalmiete und Reinigungspauschaule, die andere veranschlagt einen Mindestumsatz pro Kopf. Die Hochzeitsrednerin reist extra für euch mehrere 100 Kilometer an und benötigt auch eine Übernachtung, die andere wohnt um die Ecke der Location. Der eine DJ verlangt eine Pauschale pro Abend, der andere rechnet pro Stunde ab.

Kommt euch das bekannt vor?

Die Kosten des jeweiligen Planungspunkts sind so unterschiedlich, dass sie kaum in ein Schema gepresst werden können. Verlasst euch bei der Planung daher nicht auf die in Budgetplanern angegeben Vorschläge, sondern macht einen eigenen Plan. Wie genau? Dazu kommen wir gleich.

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Warum Hochzeiten kosten, was sie nun mal kosten

Denn vorher möchte ich mal eine Lanze brechen. Immer wieder bekommt man von allen Seiten zu hören: Dort, wo „Hochzeit“ draufsteht, wird gleich das Doppelte verlangt. Doch das ist nicht so!

Überlegt mal, wie viele Stunden eine Hochzeitsfeier dauert. Sie beginnt meistens mit der Trauung zwischen 14 und 16 Uhr und endet – je nach Stimmung und Gesellschaft – selten vor 0:00 Uhr. Das sind also mindestens 8 – 10 Stunden, in denen mehrere Personen für euch arbeiten. Ja, sie arbeiten für euch, um euch einen der schönsten Tage in eurem gemeinsamen Leben zu ermöglichen.

Das sind längst nicht alle Stunden, in denen sich die Arbeit der Hochzeitsdienstleister NUR um euch und eure Hochzeit dreht. Neben der eigentlichen Feier wären da: Kennenlerntermine, Vorbereitungen für das, was oft als „eigentliche Dienstleistung“ gesehen wird, Wünsche, die erfüllt werden wollen, Anfahrt (lieber ein bisschen zu früh dort sein, es könnte ja Stau sein), Abfahrt, Nachbereitungen usw., die alle je nach Dienstleistung unterschiedlich lang ausfallen. So kommt meist das Doppelte an Zeit nochmal oben drauf.

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Das gleiche gilt natürlich auch für Hochzeitsprodukte: Brautkleider, die aufwendig mit Spitze oder Perlen besetzt sind, Trauringe aus edlen Materialien, die ein Leben lang halten sollen, Gastgeschenke, die individuell mit dem Namen des Hochzeitspaares versehen werden - da kommen schnell einige Arbeitsstunden und Materialkosten zusammen.

Nicht zu vernachlässigen sind da die lieben Gäste, die den Tag mit euch verbringen. Diese müssen den ganzen Tag verköstigt werden. Dazu gehört – je nach Gestaltung der Hochzeit und Beginn der Feier - nicht nur das eigentliche Mittag- oder Abendessen, sondern auch der Sektempfang mit Häppchen, Kaffee & Kuchen, Softgetränke, alkoholische Getränke, Snacks… Es soll ja schließlich niemand auf dem Trockenen sitzen.

Der Vergleich der Kosten fällt schwer

Heiraten mit allem Drum und Dran ist etwas, das man (zumindest in vielen Fällen) zum ersten Mal in seinem Leben macht. Es fällt uns schwer, die anfallenden Kosten mit Erfahrungswerten zu vergleichen, weil schlichtweg keine eigenen vorhanden sind. Schließlich bucht man nicht jeden Tag eine Band oder mietet ein ganzes Restaurant. Und auch die halbe Verwandtschaft und den Freundeskreis lädt man eher selten zu einem besonderen All-inklusive-Ausflugs-Tag ein.

Also greift unser Gehirn auf Preise zurück, die es bereits aus der Vergangenheit kennt. Unterbewusst vergleichen wir das Brautkleid mit einem Abendkleid, das Essen mit einem normalen Restaurantbesuch zu Zweit oder die Hochzeitstorte mit einem Kuchen. Da helfen auch Erfahrungswerte anderer Paare oder aus Budgetplanern nur wenig. Es kommt uns alles erstmal viel zu überteuert vor.

Auch mit diesem Artikel werde ich es nicht schaffen, das Gehirn zu überlisten, doch lasst euch versichert sein: Gute Dienstleister, die wirklich für euch da sind, Zeit in die Hand nehmen, Erfahrungen mit Hochzeiten haben und sich auf euch und eure Gäste einstellen, sind ihr Geld wert. Sollte euch ein Angebot wirklich überteuert vorkommen, klärt genau ab, welche Leistungen dazugehören und hört auf das Bauchgefühl.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema – das Hochzeitsbudget.

Faustregel zur Budgetkalkulation

Eine Faustregel besagt, dass 50% des Budgets für die Feier nach der Trauung (Location, Catering, Torte) kalkuliert werden sollen. Alles andere (Outfits des Brautpaares, Fotograf, Musik…) ergeben gemeinsam die anderen 50%.

Klar ist, dass Location und Catering die höchsten Posten in der Kalkulation ausmachen. Doch da die Kosten dafür stark variieren, ist es am einfachsten, das Ganze aus Sicht der Gästeanzahl anzugehen: denn je mehr Gäste, desto größer die Location und desto mehr Essen & Trinken wird benötigt. Diese großen pro Kopf-Kosten sind also die ersten 50% und werden meist mit etwa 120 – 200€ veranschlagt.

Kosten pro Kopf x Gästeanzahl x 2 = Gesamtbudget

Eine Feier mit 50 Gästen variiert also meist zwischen 12.000 € - 20.000 €. Ganz besondere Wünsche wie den Helikopterflug zur Location oder die Kutsche mit acht Pferden sind auch in der Faustregel nicht mit eingerechnet.

Sie funktioniert auch nicht, sobald ihr im sehr kleinen Kreis feierst, da einige Kosten unabhängig von der Gästeanzahl sind (z.B. Brautkleid) und trotzdem anfallen. Eine gute Basis gibt sie dir aber allemal.

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So findest ihr euer ganz persönliches Hochzeitsbudget

TOP 3 festlegen:

Was soll euch und den Gästen für immer in Erinnerung bleiben? Was hat die höchste Priorität? Was ist zwar nett, braucht ihr aber nicht unbedingt? Legt eure persönlichen Top 3 als Paar fest. Gar nicht so einfach, oder? Sollte euch das priorisieren schwerfallen, könnt ihr auf diesen Trick zurückgreifen:

  1. Jeder Partner wählt für sich allein seine persönlichen Top 5 Highlights der Hochzeit (mal abgesehen von dem jeweiligen Partner). Nicht schummeln oder sich absprechen, sonst funktioniert es nicht!
  2. Im Anschluss streicht jeder 2 Punkte der eigenen Liste, sodass jeder seine persönlichen Top 3 hat.
  3. Diese legt ihr wiederum zusammen, um eure gemeinsame Top 6 zu erhalten. Nun erklärt jeder dem anderen, was mit jedem Punkt gemeint ist und warum euch diese drei Punkte wichtig sind. Kommentare und Unterbrechungen sind verboten ;)
  4. Schon erraten wie es weiter geht? Aus den Top 6 muss jetzt eine gemeinsame Top-3-Must-haves-Highlight-Liste für eure Hochzeit werden. Streicht also gemeinsam Punkte weg, um eure gemeinsamen Top 3 zu erhalten. Etwas ist zweimal vorhanden, weil es bei euch beiden auftaucht? Super, dann scheint der Punkt gesetzt zu sein! Achtet darauf, dass beide von euch Punkte in der letztendlichen Top 3 haben, damit die Wünsche beider auch berücksichtigt werden. Vielleicht ist dem einen ein Punkt besonders wichtig, den der andere in der Top 5 geschrieben hatte? So findet ihr sicher einen Kompromiss.
  5. Überlegt gemeinsam, was es euch Wert ist, für die Erfüllung jedes einzelnen Punktes der Top 3 auszugeben.

Eure persönlichen Top 3 sind nicht unbedingt die teuersten Punkte auf der langen Liste zur Hochzeitsplanung. Doch sie helfen, euch immer wieder auf das zu besinnen, was euch wirklich wichtig ist. Abstriche an anderen Stellen sind erlaubt.

Verabschiede dich vom den Gedanken „Das macht man so“

Um eines ein für alle Mal klar zu stellen: Die Hochzeit ist EURE Feier, in der es um eure Liebe zueinander und die gemeinsame Zukunft geht. Ob Familie, Freunde, Bekannte – dass ihr mit allen euch wichtigen Personen diesen Tag teilt ist super, aber viel zu sagen haben sie deshalb nun lange nicht. Das gilt auch für das Hochzeitsbudget. Wollt ihr wirklich einen großen Teil eures Budgets für etwas verwenden, dass ihr nur macht, damit Tante Else zufrieden ist?

Spätestens, nachdem eure Top 3 feststeht, sollte klar sein, worauf der Fokus eurer Hochzeitsfeier liegt. Kleine Gefälligkeiten, damit der Hausfrieden gewahrt bleibt, sind natürlich vollkommen okay. Schließlich willst du keine schlechte Stimmung auf der Hochzeitsfeier.

Gästeliste und Realitätscheck

Zeit, die oben beschriebene Faustregel anzuwenden. Dafür braucht ihr eine vorläufige Gästeliste. Mit den Tipps in diesem Blogartikel fällt es leichter, eine vorläufige Gästeliste zu schreiben und im Anschluss – falls notwendig – Gäste von der Liste wieder zu streichen.

Mit diesem ungefähren Budget geht es nun zum Realitätscheck: Wie viel Geld steht euch für die Hochzeit zur Verfügung und wie viel seid ihr bereit auszugeben? Habt ihr „Sponsoren“, die zum Beispiel die Kosten des Hochzeitskleides übernehmen?

Stimmen die vorläufig berechneten Kosten überhaupt gar nicht mit dem zur Verfügung stehenden Hochzeitsbudget überein, fragt euch selbst: Seid ihr bereit, eine Finanzierung aufzunehmen, um euch eure Wünsche zu erfüllen? Oder wollt ihr lieber doch an der ein oder anderen Stelle Abstriche machen?

Bevor ihr Abstriche an euren Top 3 macht, schaut euch unsere Spartipps zur Hochzeit an. Sollte dies nicht ausreichen, sind auch Abstriche an euren Top 3 erlaubt, wenn sie so gar nicht in das realistische Budget passen.

Verlasst euch nicht allzu sehr darauf, dass ihr die gesamten Kosten über die Geschenke der Gäste wieder ausgleicht. Es kommt auch ein bisschen auf die Kultur und die Zusammensetzung der Gästeliste an, ob ihr das Budget wieder „reinholt“. Meist ist die Familie spendabler als die Freunde - vor allem wenn sich der Großteil des Freundeskreises im Heiratsalter befindet und auf mehreren Hochzeiten in einem Jahr eingeladen ist.

Baut auch einen Puffer in das Budget mit ein. Im Laufe eurer Planung kommt der ein oder andere Wunsch (oder vielleicht sogar Gast) hinzu oder ein Kostenpunkt ist deutlich teurer als erwartet. Verplant also nur etwa 80% eures realistischen Budgets und geht nicht über eure Schmerzgrenze hinaus.

Sexy wie nie: Der Budgetplan als Tabelle

Übersicht ist alles! Hier mal ein Einkauf, dort mal eine Buchung – und das über einen langen Zeitraum. Wer soll da noch den Überblick behalten? Es klingt langweilig und abgedroschen, doch eine richtig gute Exceltabelle (oder eine Tabelle in einem vergleichbaren Programm) hilft Wunder. Dort tragt ihr alle Posten ein, die ihr benötigt, legt einen „Sollwert“ und einen „Istwert“ fest. So werden Abweichungen im Budget schnell sichtbar und führen nicht in die Kostenfalle.

Die obige Faustregel und das Stöbern in den Kategorien auf weddista helfen euch, realistische Sollwerte zu finden. Sparpotenzial gefällig? 10 Tipps für Schnäppchenjäger gibt’s im Blog.

Und natürlich steht eins fest: Das Budget sagt nichts über eine schöne Hochzeit aus. Viel wichtiger ist es, dass ihr euch wohl fühlt und einen wundervollen Tag zusammen verbringt, an den ihr euch jederzeit gern erinnert. Pannen und Gedanken wie „Das hätten wir besser anders regeln sollen“ wird es immer geben und hängen nur sehr selten mit dem Budget zusammen.

Eine entspannte Planung und einen tollen Hochzeitstag wünscht euch

Kathi von weddista

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